Projekte des LKV Baden-Württemberg e.V.

 

Auf dieser Seite können Sie sich über aktuelle Projekte des LKV informieren 


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KLIMACO

 

Ende 2020 wurde das Interreg-Oberrhein-Projekt ELENA mit großem Erfolg abgeschlossen. Die grenzüberschreitende Arbeit ermöglichte es, die auf beiden Seiten des Rheins verwendeten Methoden und Werkzeuge auszutauschen und jeweils davon zu profitieren. Diese sehr gute Zusammenarbeit wird nun über das Projektende von ELENA hinaus weitergeführt, indem zu Beginn dieses Jahres das Projekt KLIMACO startete. Auch dieses Projekt läuft im Rahmen des europäischen Programms Interreg und widmet sich dem Aufbau und der Begleitung der Klimaresilienz in der Tierhaltung am Oberrhein und zielt somit darauf ab, die Umsetzung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu identifizieren und zu fördern.  Dafür haben sich 21 Partner aus Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Luxemburg, darunter Beratungs- Forschungs- und Lehrorganisationen zusammengeschlossen, um für die nächsten 2 1/2 Jahre dieses Ziel zu verfolgen.

Das Projekt ist in fünf Arbeitsschwerpunkte gegliedert:

  • Tierwohl- und Tiergesundheit
  • CO2 und Methan
  • Agroforstwirtschaft
  • Energie
  • Futtermittel

hier gehts zum Video

 

Arbeitsgruppe Tierwohl und Tiergesundheit:

Der Klimawandel führt zunehmend auch in Deutschland häufig zu trockenen Perioden und heißeren Sommern. Extreme Temperaturen belasten dabei nicht nur die Menschen, sondern auch die landwirtschaftlichen Nutztiere. Diesem wichtigen Thema widmet sich die Arbeitsgruppe Tierwohl und Tiergesundheit im Projekt KLIMACO.

Das Ziel dieser Arbeitsgruppe ist eine Ausarbeitung von Strategien und Empfehlungen für Tierhalter um sich an den Klimawandel anzupassen. Vor allem Milchkühe reagieren bei Hitzestress mit geringerer Futteraufnahme und sinkenden Leistungen bis hin zu gesundheitlichen Problemen wie Gebärmutter- und Euterentzündungen sowie verminderten Reproduktionsleistung. Hauptthemen sind daher in der Arbeitsgruppe der Stallbau und die Fütterung, denn in Phasen großer Hitze ist das Stallmanagement von besonderer Bedeutung.

Arbeitsgruppe CO2 und Methan

Ein weiteres sehr wichtiges Thema im Projekt KLIMACO ist die Treibhausgasminderung, mit der sich die Gruppe CO2 und Methan befasst. Durch das anvisierte Ziel der EU-Mitgliedstaaten, die Treibhausgasemissionen bis 2030 zu halbieren und langfristig eine Treibhausgasneutralität zu erreichen, sind auch Maßnahmen von der Landwirtschaft gefordert.

Um die Stellschrauben in den Betrieben zu identifizieren, soll in dieser Arbeitsgruppe zu Beginn der Focus auf der Treibhaisgas Bilanzierung liegen. Verschiedene Werkzeuge zur Generierung eines CO2-Fußabdrucks werden auf insgesamt 90 Milchviehbetrieben und 10 Schweinemastbetrieben in Baden und im Elsass angewandt und die Ergebnisse verglichen. Durch die Bilanzierung können die einzelnen Zweige der Betriebe hinsichtlich ihrer Treibhausgasemission beurteilt werden. Außerdem können Potentiale erkannt und Maßnahmen ergriffen werden

Arbeitsgruppe Agroforstwirtschaft

Eine weitere Möglichkeit dem Klimawandel in der Landwirtschaft entgegen zu wirken umfasst das System der Agroforstwirtschaft. Dabei werden Bäume und andere mehrjährige holzige Pflanzen auf oder seitlich einer landwirtschaftlich genutzten Fläche etabliert, um die positiven Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Komponenten zu nutzen. Dem Landwirt bringt das in Bezug auf die Klimaresilienz viele Vorteile, insbesondere verbesserte Bodenfruchtbarkeit, Wasserqualität, Biodiversität und Mikroklima.

Im Projekt KLIMACO soll eine Bestandsaufnahme der möglichen und bereits bestehenden Systeme durchgeführt werden: welche Art von Agroforstwirtschaft, welche Nutzungen und welcher Nutzen dadurch für die Bewirtschaftungssysteme entsteht. Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme sollen Kommunikationsmaterialien für Landwirte erstellt werden.

Arbeitsgruppe Energie

Das Themenfeld Energie beinhaltet mehrere Komponenten, wenn man den Klimaschutz aber auch die Anpassung an den Klimawandel betrachtet. Ziel dieser Gruppe ist eine Bestandsaufnahme von energieeffizienten Maßnahmen, wie beispielsweise kleine Biogasanlagen auf Güllebasis, Photovoltaikanlagen, Wärmerückgewinnung und Eigenstromnutzung. Diese Maßnahmen auf dem Gebiet der Energieeinsparung und Energieerzeugung werden gesammelt und ausgewertet, um die Landwirtschaftlichen Betriebe beidseits des Rheins dahingegen fachlich zu beraten und zu unterstützen.

Energieeffizienz und CO2 Einsparung sind eng miteinander verknüpft. Daher besteht hier eine Synergie mit der Gruppe CO2 und Methan, die mit der Treibhausgas-Bilanzierung dieses Feld mit abdeckt.

Arbeitsgruppe Futtermittel

Die Arbeitsgruppe Futtermittel widmet sich verschiedenen Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Ein erstes Thema im Projekt wird Sorghum sein, denn tatsächlich ist Sorghum bezüglich des Klimawandels ein sehr interessantes Futtergetreide. Einige der beteiligten Organisationen führen bereits Versuche mit dieser Kulturpflanze durch. Diese innovativen Ergebnisse können nun gemeinsam genutzt werden. Insbesondere sollen Referenzen und fachliche Empfehlungen gesammelt und gebündelt, sowie Berichte erstellt werden, um Landwirte dabei zu unterstützen, den Sorghumanbau in ihr Produktionssystem zu integrieren.

Innerhalb der Futtermittelgruppe wird ein weiterer Schwerpunkt die Überwachung der Trockenmassegehalte von Mais und Sorghum sein. Ziel ist es, die Landwirte beim Erntemanagement zu unterstützen: optimaler Erntetermin finden, fachliche Empfehlungen zur Optimierung der Futterqualität und zur Konservierung geben. 





SESAM Symbol

 

 

 

SESAM - Sensor Assisted Alpine Milk Production

 

 

Der Projektname SESAM steht für Sensor Assisted Alpine Milk Production, eine durch Sensoren unterstützte Milchproduktion im Alpenraum. Interreg ist ein Regionalprogramm der Europäischen Union zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Projektpartner sind sechs Organisationen der MLP aus Frankreich, Deutschland, Italien, Slowenien und Österreich, ein EDV-Dienstleider aus der Schweiz, eine Universität aus Slowenien und eine Forschungseinrichtung aus Deutschland. Das Interreg Vb Alpenraumprogramm in der Förderperiode 2014 bis 2020 hat es sich zum Ziel gesetzt, ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum im Alpenraum zu fördern.

Die Milchproduktion im Alpenraum ist prägend für das großartige, einmalige Landschaftsbild der Alpen und Voralpen und wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Schwierige Topographie und schwierige Klimabedingungen mit kurzen Vegetationsperioden begrenzen das betriebliche Wachstum der Milchbauern. Kleine und mittlere Milchviehbetriebe sind charakteristisch für die Alpenregion. Diese besonderen natürlichen Bedingungen des Alpenraumes stellen auch besondere Anforderungen an das betriebliche Management, die eingesetzte Technik und die gehaltenen Tiere. Gesundheit und Robustheit der gehaltenen Milchkühe sind von besonderer Bedeutung. Diese zu erhalten und zu verbessern steht im Mittelpunkt des Projektes. Technik im Agrarbereich ist häufig ausgerichtet an den Gunststandorten der Milchproduktion, und damit ausgerichtet auf den Einsatz in großen Herden.

Die SESAM-Projektpartner haben sich als Ziel gesetzt auf der Basis eines vorhandenen Systems, ein Tracking-System für Milchkühe zu entwickeln das die Daten der Milchleistungsprüfung und der Gesundheitsmonitoring-Systeme integriert. Das SESAM Tracking-System in der Endausbaustufe monitort Laufen, Liegen, Fressen und Wiederkauen von Milchkühen und kann die Tiere lokalisieren. Durch die Integration von Tiergesundheitsdaten wird es möglich sein, entstehende Gesundheitsprobleme bei Milchkühen (Ketosen, Azidosen, Mastitis usw.) erkennen zu können. Daten der Milchleistungsprüfung werden die Genauigkeit des SESAM-Systems erhöhen. Das zu entwickelnde System wird multilingual sein und speziell auf die kleinen und mittleren Betriebe des Alpenraums zugeschnitten.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von SESAM :

SESAM





HappyMOO

HappyMoo - Das neue Projekt des European Milk Recording 

 

Der Landeskontrollverband Baden-Württemberg beteiligt sich derzeit an dem 2018 genehmigte Interreg NWE Projekt HappyMoo, welches das Wohlergehen von Milchkühen zum Ziel hat. Die Partner haben bereits bei dem Projekt OptiMir zusammengearbeitet, welches viele Grundlagen für HappyMoo geschaffen hat.

Das Tierwohl wird mehr und mehr zu einem Hauptthema in der Landwirtschaft. Weite Teile der Gesellschaft sorgen sich um das Wohlergehen der Tiere und für die Landwirte führt ein geringeres Wohlergehen der Tiere zu wirtschaftlichen Verlusten. Daher ist es notwendig, dass Wohlergehen der Kuh objektiv und messbar beurteilen zu können.

Derzeit wird nur durch stichprobenartige Kontrollen das Wohlergehen der Tiere auf einem landwirtschaftlichen Betrieb beurteilt. Es besteht also die Notwendigkeit, das Tierwohl regelmäßig und kostengünstig zu bewerten. In der Milcherzeugung ermöglicht die regelmäßige Milchkontrolle die Analyse der Milch auf Einzeltierbasis. Die Milchkontrolle liefert dadurch wertvolle Informationen über den aktuellen Zustand der einzelnen Kuh.

Im Rahmen des Projektes möchte HappyMoo Milcherzeugern, Tierärzten und Beratern ein Instrument zur Verfügung zu stellen, welches der Überwachung des Wohlergehens der Kühe und insbesondere der Freiheit von Krankheiten, Hunger und Stress dient. Um dies zu erreichen sind acht europäische Milchkontrollverbände, ein IT-Unternehmen, ein Pilotlabor und 3 Forschungszentren eine Partnerschaft eingegangen, um dieses Instrument zu entwerfen, Daten bereitzustellen und diese über verschiedene statistische Ansätze auszuwerten. Im Detail wird die Möglichkeit untersucht das mittlere Infrarotspektrum der Milch zu nutzen, um eine Beeinträchtigung dieser drei Freiheiten vorherzusagen.

HappyMoo konzentriert sich auf vier Unterthemen, um die Abwesenheit von Krankheit, Hunger und Stress zu bewerten:

  • Mastitis
  • Lahmheit
  • Negative Energiebilanz
  • Stress

Mastitiden und Lahmheiten beeinträchtigen das Wohlergehen der Tiere nachhaltig in der Milchviehhaltung. Die Mastitis-Koordination ist hier beim LKV BW angesiedelt.

 

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage von HappyMoo :

HappyMoo





RMD

Remission Dairy 

Das BLE-Verbundprojekt ReMission Dairy steht für die Entwicklung eines innovativen Fütterungscontrollings und -managements mit dem Plan, die Methan- und Stickstoffemissionen in der Milcherzeugung zu senken. Hintergrund des Projektes ist das Ziel der EU-Klimapolitik, die eine Reduktion an Treibhausgasen fordert und auch die Landwirtschaft als Emissionsquelle für Methan und Stickstoff in die Verantwortung nimmt.

An dem zwei jährigen ReMission Dairy Projekt nehmen insgesamt 30 Pilotbetriebe aus Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen teil. Dabei erhalten die Betriebe eine intensive Betreuung durch LKV-Fütterungsberater und LKV-Mitarbeiter bei der monatlichen Datenerhebung zur Rationsgestaltung, Futterqualität und von weiteren Erzeugungsparametern der Milchkuhherden. Zusätzlich werden diese Daten mit tierindividuellen Informationen zur Tiergesundheit sowie Daten aus der Milchleistungsprüfung und der Milchgüteprüfung verknüpft. Anhand von Milchfeinanalytik und Futteranalysen werden Schätzgleichungen zur Methan- und Stickstoffemission entwickelt und auf den 30 Pilotbetrieben getestet. Dafür herangezogen werden die monatlichen MLP-Milchproben und zusätzlich die wöchentlichen, aus der Tankmilch entnommenen Proben. Die dann vorliegenden Ergebnisse bilden eine Informationsgrundlage für die Ableitung von Handlungsempfehlungen.

Die erhobenen Daten werden zur Berechnung von Kennwerten, wie der Futtereffizienz, der Effizienz der N-Ausnutzung und der Methan-Ausscheidung genutzt. Diese Werte fließen in die Optimierung der Fütterung und in die Berechnung von Einsparpotenzialen ein. All dies wird auf einer mobilen WebPlattform bereitgestellt, sodass der Landwirt ein praktisches Werkzeug zum selbständigen Fütterungsmanagement und –controlling erhält. Durch die Steigerung der betrieblichen Produktionseffizienz werden Energieverluste reduziert und die Umweltwirkung des einzelnen Betriebs nachhaltig verbessert. So profitieren Landwirt und Umwelt gleichermaßen. ReMission Dairy ist mit dem Projekt eMissionCow verzahnt, das unter anderem die züchterische Beeinflussung der Methan- und Stickstoffemissionen auf Einzeltierbasis untersucht. ReMission Dairy ist ein Verbundprojekt mit folgenden Partnern: Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w. V. (vit), Deutscher Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e. V. (DLQ), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Landeskontrollverbände in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und WeserEms sowie die beiden Firmen agrosom und fodjan. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Remission Dairy:

RemissionDairy





EMissionCow

eMissionCow - Futtereffizenz und Methan

 

Das Projekt eMissionCow hat zum Ziel, neue Schätzgleichungen für Emissions- und Futtereffizienz Parameter basierend auf Milchspektraldaten zu entwickeln. Der LKV BW ist als Projektpartner und als Experte für Milch-MIR-Spektraldaten dabei aktiv beteiligt. Das Projekt wird im Rahmen der Förderung Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) unterstützt und durch den Förderverein für Bioökonomieforschung e.V. (FBF) koordiniert. Es begann am 1. Juni 2018 und endet am 31. Mai 2021. Neben dem LKV sind folgende Projektpartner beteiligt: DLQ, vit, TiDa Tier und Daten GmbH, FBN-Dummerstorf, Uni KielInstitut f. Tierzucht u. Tierhaltung, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft sowie das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft (LfL, ITE, ITZ). Weitere unterstützende Partner sind die im OptiKUH-Konsortium organisierten, deutschen Versuchsbetriebe, European Milk Recording (EMR), Universität Liege und das Walloon Agricultural Research Center (CRA-W).

Eine züchterisch verbesserte Futtereffizienz beim Milchrind führt zum einen zu einer verbesserten Produktionseffizienz der Milcherzeugung und stellt zum anderen eine Maßnahme zum aktiven Klimaschutz dar, da bei einer höheren Futtereffizienz geringere Treibhausgas (THG)-Emissionen je Produkteinheit entstehen. Darüber hinaus könnte eine Zucht auf einen geringeren Methanausstoß einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das übergeordnete Projektziel ist die Zucht auf Futteraufnahme, Futtereffizienz und verminderte Methanemissionen in den deutschen Rinderpopulationen.

In Kooperation mit den Forschungspartnern sowie den Projektpartnern im Projekt ReMission Dairy und OptiKUH werden Konzepte entwickelt, die es in Zukunft erlauben, Auswertungen und Empfehlungen sowohl für die Zucht als auch für das Herdenmanagement bereitzustellen, mit dem Ziel, klimarelevante Emissionsminderung sowie die Fütterungseffizienz zu optimieren. Erste Anwendungen, wie z.B. der Vergleich der täglichen Methan-Emission sowohl der Kühe als auch der Herde mit der Population wurden beim LKV BW bereits entwickelt.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von EMissionCow:

eMissionCow




D4Dairy

D4Dairy - Vorsprung durch Vernetzung

 

D4Dairy knüpft ein international wettbewerbsfähiges, transdisziplinäres Netzwerk aus in- und ausländischen Universitäten, Kompetenzzentren und Forschungseinrichtungen, sowie Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Milch (Landwirte, Zuchtorganisationen, Milchverarbeiter, Tiergesundheitsdienste, Interessensvertretungen u.a.) und – last, but not least – nationalen und internationalen Technologieanbietern (Sensoren, Fütterung, Klimamessung, Datenverarbeitung). Aufbauend auf dem COMET-Projekt ADDA wurde das bestehende Netzwerk entlang der Wertschöpfungskette Milch um Technologieanbieter und Wissenschaftspartner mit dem Fokus auf neuen Technologien zum D4Dairy Konsortium erweitert. Das Konsortium besteht aus 31 Wirtschaftspartnern und 13 Wissenschaftspartnern.

D4Dairy hat das übergeordnete Ziel, mittels eines datengestützten, vernetzten Informationssystems unter Ausschöpfung der Möglichkeiten moderner Technologien (Mid-Infra-Red Spektren, Genominformation, …) und fortgeschrittener Datenanalysen eine digitale Unterstützung des Managements am Milchviehbetrieb aufzubauen und damit eine weitere Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierwohls und der Produktqualität zu erreichen.

Digital unterstützte Landwirtschaft verfügt dank des beträchtlichen technologischen Fortschritts moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B.: Internet of Things, Sensortechnik) und Genomik ein enormes Potenzial, eine zweite grüne Revolution zu begründen. Dies bringt aber auch Herausforderungen für Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie mit sich und wird traditionelle Rollen bzw. Arbeitsaufteilungen entlang der Wertschöpfungskette maßgebend verändern. Als ein von der Landwirtschaft initiiertes und getriebenes Projekt soll D4Dairy der Milchwirtschaft ermöglichen, diese modernen Technologien selbstbestimmt einzuführen und zu nutzen.

Eine Herausforderung ist die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Systemen und verschieden Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette Rind damit mit Big Data-Ansätzen mehr Hintergrundinformationen zur Entstehung von Erkrankungen gewonnen und Hilfsmittel für die Früherkennung bzw. Vermeidung von Erkrankungen entwickelt werden können.

D4Dairy besteht aus zwei Themenfeldern. 

In Area 1 liegt der Schwerpunkt auf der Integration der in den Betrieben generierten Daten bzw. der Interoperabilität der in den Betrieben eingesetzten System und der Prozessentwicklung und -optimierung mit dem Ziel Entscheidungsunterstützungsinstrumente zu generieren. Die Unterprojekte in diesem Bereich umfassen Arbeiten zu Aspekten der Qualitätssicherung, des Datenaustausches, des Datenschutzes als auch der Forschung von Zusammenhängen von verschiedenen Merkmalen. In Area 1 laufen alle Ergebnisse aus D4Dairy zusammen, da hier der Informations- und Wissenstransfer erfolgt.

Area 2 von D4Dairy umfasst die gesamte Bandbreite der Erfassung und Validierung neuer Merkmale, die Kombination von neuen mit bereits bestehenden Merkmalen sowie die Untersuchung möglicher Risikofaktoren hinsichtlich der Tiergesundheit mit Hilfe von neuen Methoden. Funktionale Merkmale, insbesondere Gesundheitsmerkmale, haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Durch die Kombination von Daten aus der Automatisierung und Sensoren bieten sich neue Möglichkeiten für das Herdenmanagement und die Zucht. Dies kann die Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls ermöglichen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von D4Dairy:

D4Dairy




Q Check

Q Check - Tierwohl in der Milchviehhaltung mit System

 

Q Check wird aus Mitteln des BMEL gefördert. Projektpartner sind die Hochschule Osnabrück, das Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V., die Ludwig-Maximilians-Universität München, das Thünen Institut und Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V.

In Kooperation mit den Landeskontrollverbänden und Milchprüfringen koordiniert der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e.V. das Projekt.

Jeder Landwirt ist im Rahmen der sogenannten betrieblichen Eigenkontrolle dazu verpflichtet, das Wohlergehen seiner Tiere regelmäßig zu beurteilen. So will es das Tierschutzgesetz. Konkrete Vorgaben, welche Indikatoren hierfür geeignet sind, fehlen jedoch. Um aus der Branche heraus geeignete Indikatoren für die Milchviehhaltung festzulegen und damit in Zukunft nicht nur die betriebliche Eigenkontrolle zu unterstützen, sondern auch die Grundlage für ein flächendeckendes Tierwohlmonitoring zu schaffen, wurde Q Check initiiert. Dabei stützt sich Q Check ausschließlich auf Indikatoren aus bestehenden Datenquellen, wie der Milchleistungs- und Milchgüteprüfung, dem Herkunftsinformationssystem Tier (HI-Tier) sowie dem Qualitätsmanagementsystem Milch (QM-Milch).

In einem aufwendigen Verfahren wurden vom Thünen-Institut über 200 Experten aus Praxis, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in die Indikatorenauswahl einbezogen. In einer zweistufigen Delphi-Befragung waren sie aufgerufen ihre Einschätzung zum Nutzen potenzieller Indikatoren abzugeben. Parallel dazu befragte die Hochschule Osnabrück im Rahmen einer Stakeholderanalyse 50 Experten nach ihren persönlichen Erwartungen und Blickwinkeln zum Thema Tierwohl. Je zwei Ergebnisworkshops und Round-Table-Gespräche in Frankfurt und Berlin, während derer jene Indikatoren mit der größten Zustimmung erneut diskutiert und wenn nötig angepasst wurden, komplettierten den Austausch der Experten und Branchenvertreter. So konnte die Meinung der Branche aufgegriffen, ausgewertet und widergespiegelt werden. Es wurden jene Indikatoren ausgewählt die mehrheitlich im Sinne der betrieblichen Eigenkontrolle als geeignet bewertet wurden und welche nun die DLQ-Richtlinie 2.0 darstellen.

Aus dem Projekt entstand der DLQ Report, welcher eine Grundlage liefert den Tierwohl-Status bundesweit darstellen zu können. Je nach Auswertungstiefe können 88-100% aller Milchkühe in Deutschland einbezogen werden. Diese Reichweite unterscheidet das Vorhaben von allen vergleichbaren Projekten zur Tierwohlerfassung und ist weltweit einzigartig.

Betrieben, die den DLQ Report nutzen, stehen die ermittelten Indikatoren zum Ende eines Quartals und als Jahresüberblick zur Verfügung. Zusätzlich werden Ziel- und Warnwerte angegeben, die die Erkennung möglicher Handlungsfelder zur Stärkung des Tierwohls unterstützen. Die Landwirt*innen können dann in anonymisierter Form die Ergebnisse für ein nationales Tierwohlmonitoring freigeben.

 

Weitere Informationen zu Q-Check finden Sie unter :

Q Check





GoOrganic

Go Organic - Gemeinschaftliche Ziegenzüchtung weiterentwickeln

 

Das Projekt Go Organic hat zum Ziel ein Netzwerk der verschiedenen Akteure in der Ziegenzucht aufzubauen und intelligente Datenmanagementsysteme zu schaffen. Außerdem soll die Zuchtwertschätzung für eine ökologische Ziegenzucht weiterentwickelt werden, unter anderem durch ein praxisnahes Gesundheits- und Robustheitsmonitoring. Durch aktive Einbindung von ziegenhaltenden Betrieben in die Zuchtprogramme und Anwendung verschiedener züchterischer Werkzeuge soll ein Beratungskonzept zur ökologischen Ziegenzucht entwickelt werden. Das vom BMEL geförderte Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren seit April 2020. Neben dem LKV Baden-Württemberg sind auch die Zuchtwertschätzstellen sowie Ziegenzucht- und Leistungskontrollverbände in Baden-Württemberg und Bayern, die Universität Hohenheim, das LGL Baden-Württemberg, die entra Beratung agrar, das Vereinigte Informationssystem Tierhaltung w.V. und der Ziegenzuchtverband Thüringen Partner im Projekt.

 

Weitere Informationen finden sie auf der Homepage von GoOrganic :

GoOrganic