BRS-Newsticker:

Wie das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) am 23. Oktober 2026 mitteilt, stehen Deutschland 60 Millionen Euro EU-Krisenhilfe für landwirtschaftliche Betriebe zur Verfügung, die besonders unter gestiegenen Düngemittel- und Energiepreisen infolge des Nahost-Konflikts leiden. Die Auszahlung soll antragslos über das InVeKoS-System als Hektarprämie erfolgen.
Stefan Russ aus Lottstetten ist der erste Gewinner des Sonderpreises der Initiative Tierwohl (ITW), der am 21. Oktober im Rahmen des CERES AWARD in Berlin verliehen wurde. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung würdigt landwirtschaftliche Betriebe, die mit innovativen, praxisnahen Lösungen neue Maßstäbe für mehr Tierwohl setzen. Auf seinem Familienbetrieb setzt Russ auf eine stressarme Rinderhaltung mit stabilen Tiergruppen, großzügigen Außenklimaställen, viel Stroh und vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten. Ergänzt wird das Konzept durch eine ausgewogene Fütterung und intensive Tierbeobachtung. Neben dem Tierwohl engagiert sich Russ für den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Als zertifizierter Lernort ermöglicht sein Betrieb Kindern und Schulklassen Einblicke in die Nutztierhaltung. In einem eigenen Schulungshaus bietet er zudem Weiterbildungen für Landwirte, Metzger und Gastronomen an. Mit dem erstmals vergebenen Sonderpreis macht die Initiative Tierwohl Betriebe sichtbar, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus Verantwortung übernehmen und wirksame Maßnahmen für mehr Tierwohl umsetzen.
Der 27. Bayerische Agrarbericht zeigt, dass die Tierhaltung in Bayern weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert ist. Zwischen 2023 und 2025 sank der Rinderbestand um rund 91.000 Tiere (3,3 Prozent). Auch die Zahl der Milchviehhalter und der Schweinebestand gingen zurück. Gleichzeitig stiegen die Gewinne der Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/2025 um rund 13 Prozent auf durchschnittlich 85.100 Euro. Besonders tierhaltende Betriebe profitierten von besseren Erlösen. Zudem entfielen rund 72 Prozent der bewilligten Agrarinvestitionen 2024 und 2025 auf die Milchviehhaltung. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber betont die Notwendigkeit verlässlicher Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und wirtschaftlich tragfähiger Investitionen in mehr Tierwohl, um die Zukunft der bayerischen Tierhaltung zu sichern.
Ein Stallbrand stellt Mensch und Tier vor große Herausforderungen. Wie reagieren Schweine in Gefahrensituationen und worauf müssen Landwirte und Einsatzkräfte bei der Rettung achten? Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbands bietet in Kooperation mit der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) am 20. Oktober 2026 um 19 Uhr ein kostenloses Online-Seminar an. Praxisnahe Beispiele zeigen, wie im Brandfall schnell, sicher und tierschutzgerecht gehandelt werden kann. Die Veranstaltung richtet sich an Feuerwehren, Landwirte und alle Interessierten.
Die Koalition plant, das Inkrafttreten des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes auf den 1. Januar 2028 zu verschieben. Zuvor soll das Gesetz bis Oktober 2027 umfassend novelliert, an EU-Anforderungen angepasst und unter stärkerer Einbindung von Wissenschaft, Verbänden und Praxis überarbeitet werden.

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